Ein grosser Traum - Eine Weltreise mit dem Velo

endelig sommer i nordnorge(19.07.2012)

Land: Norwegen

 

„endelig sommer i nordnorge“/endlich Sommer in Nordnorwegen


 

Mit dem Monatswechsel ziehen wir aus der Wohnung am Overvejen   6 Km weiter nördlich in ein grosses Haus in Lia/Anslimoen. Die Eigentümer des Hauses ziehen für mindestens 1 Jahr nach Svalbard/ Spitzbergen und überlassen Jörg und mir ihr schönes Haus mit allen Möbeln und persönlichen Inventar. Für uns ist dies eine einmalige Gelegenheit mit einer erschwinglichen Miete eine gelbe Villa zu haben. Wir sind enorm dankbar für das Angebot und Vertrauen das uns Gunn-Bente und Ornulf schenken und geniessen ab sofort viel Platz, jeglichen Luxus, ein Cheminèe und die tolle Aussicht von der Terrasse auf das MalselvTal-Tal bis weit nach schwedisch Lappland und Finnland.      


 

Der Juli ist gerade angebrochen, unsere wenigen Habseligkeiten haben im grossen Haus ihren Platz gefunden so dürfen wir Mirta, meine Freundin aus dem Glarner Land empfangen. Sie kommt uns eigentlich schon zum 2.Mal in Malselv besuchen, kennt die Gegend schon ein bisschen im Winterkleid und freut sich nun auf das Erlebnis Mitternacht-Sonne. Wir freuen uns auch enorm auf Mirta denn es ist wunderschön sich mal wieder in der eigenen Sprache unterhalten zu können, die helvetischen News zu erfahren und von der alten Heimat zu schwärmen. Bei der Ankunft ist er Himmel mit schwarzen Regenwolken verhangen und auch der erste Tag zeigt sich von der düsteren Seite. Den verregneten Montag verbringen wir im 35° warmen Bassin im Polarbad, und tauschen uns mit Watsu/Wata aus. Für uns beide ist das „bekommen“ ein willkommenes Erlebnis, zumal wir mehr oder weniger immer nur „gebend“ im Wasser stehen. Ich kann mich so tief entspannen dass ich zeitweise nicht einmal mehr das Wasser wahrnehme und mich von meiner Freundin`s Hände getragen fühle. Am Abend bekommen wir nochmals Besuch, ein Wohnmobil mit italienischer Nummer parkiert in der Einfahrt vor unserem gelben Haus. Fiorenza und Edoardo haben wir vor 3 Jahren auf der Reise in Island getroffen und wir hörten ab und zu über das Internet voneinander. Edoardo hat am Mid-natt-sol-Marathon in Tromso teilgenommen und die beiden sind sowieso Skandinavien-Fans.  Dass die beiden eine 15-Monate alte Überraschung mitbringen verheimlichen sie uns bis wir „klein Franco“ vor unserer Haustür stehen sehen. Der kecke Junge macht sich gleich auf zur Entdeckungsreise im fremden Haus und dreht jedes einzelne Teil des Inventars um. Ab und zu ersorge ich mich wegen Franco`s genauer Inventur an Gunn-Bentes Haushalt und fühle mich etwas ratlos. Doch Mirta ist nicht nur sehr hilfsbereit sondern auch eine erfahrene zweifache Mutter und sichert sofort die „heiklen Dinge“ von Franco`s kleinkindlicher Neugierde.  


 

Jörg bekocht uns in der Zwischenzeit hervorragend mit Finne-beef, Brokkoli, Blumenkohl, Rüebli und Polenta.( Rentier-Geschnetzeltes an einer Pilz-Rahmsauce) Dazu eine Flasche direkt importierten Vino Primitivo d`Toscana. Zum Dessert gibt es hausgemachtes Amaretto-Parfait mit frischen Erdbeeren aus dem Süden von Norwegen, die arktischen Erdbeeren sind erst im September reif. Bei strömenden Regen machen sich die Drei am anderen Morgen nach dem Frühstück auf die Weiterfahrt Richtung Lofoten und wir wünschen ihnen dass sie die Sonne bald finden.    


 

Mit nicht besserem Wetter mache ich mich mit Mirta auf nach Tromso, die Hauptstadt der Fylke Troms. Verhangen sind die Fjorde auch auf der Fahrt in den Norden. Nur selten sehen wir etwas von den Bergen oder Meer und so unterhalten wir uns mehr als wir die Aussicht geniessen können. Nach rund 120 Km Autofahrt schlendern wir durch die Gassen der traditionellen Hafenstadt und erfreuen uns ab ein paar Schnäppchen. Auf der Rückreise zeigt sich manchmal die Sonne ganz scheu zwischen den dunkeln Wolken und Mirta bekommt einen wagen Eindruck der Fjordwelt. Zu Hause angekommen offenbart sich der Himmel und die Berge bekommen durch die Mitternachtssonne ein rosa-farbiges Nachthemd übergestülpt. Um den nordnorwegische Sommer zu finden machen uns am andere morgen auf zum 457müm Otte-pike. Ja, ja, ja, ihr lacht jetzt bestimmt, 457m.ü.m, da beginnt die Schweiz ja erst, hier aber beginnen wir bei 2 Meter über der Meereshöhe und wir beide nehmen den Weg durch den arktischen Wald Barfuss auf. Wie eine sanfte Fussmassage wirkt der weiche Waldboden auf unsere Fusssolen, kein stupfen oder stechen und bei sumpfigen Abschnitten sinken die Zehen in den Morast und „Dreckwürstli“ quillen zwischen den Zehen. Als wir oben bei der alten Fichte ankommen ist der Himmel stahlblau und wir lassen uns auf dem Bänkli nieder. Die Zeit vergeht im Nu, wir erzählen uns Geschichten von früher, aus der Zeit dazwischen und philosophieren ein bisschen über die Zukunft. Es ist Mirta`s Geburtstag und ich freue mich besonders dass ich ihren besonderen Tag zusammen mit ihr verbringen kann. Bei echter Freundschaft ist es wirklich so dass man sich gut versteht, selbst dann wenn man gar nichts sagt. Im Laufe des Nachmittags kommen wir mit dreckigen Füssen nach Hause, gönnen uns ein Fussbad, essen Erdbeertorte und „sünnalad“ auf der Terrasse bis Jörg von der Arbeit heim kommt. Gegen Abend fahren wir an die Küste hinaus zum Malangen-brygger wo wir uns in eine „Bade-stampa“ setzen und die Aussicht auf den Fjord in der ewigen goldenen Abendsonne geniessen. (Badezuber) Später sind wir Drei die einzigen Gäste im Restaurant, essen feine Fischspezialitäten und feiern Mirta`s Geburi in kleiner Runde. Auch der kommende Tag schenkt uns viel Sonne und es wird sogar richtig warm. Auf unserer Entdeckungsreise auf der Insel Senja finden wir türkisch-blaue Lagunen, felsige Steilwände, Paradiesische Plätzchen, saftige Riccola-Kräuter-Blumen-Wiesen, verträumte Fischerhäuschen, Schiffsfrack und weisse Sandstrände……und das alles auf 69°30` nord. Auf dem Ausflug nach Abisko auf dem schwedischen Hochplateau sehen wir sich die Nord-norwegischen Berge im Jukkasjärvi spiegeln, es geht kein Windchen und wir können sogar die Bienen summen hören. Sobald wir uns aber zum Pick-Nick an das Ufer setzen sehen wir wie die Seeoberfläche beginnt zu „chrüsala“, dann verfärbt sich das hellblau in ein dunkles und Minuten später bläst ein kalter Sturm über Lappland.        


 

     


 

         
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