Ein grosser Traum - Eine Weltreise mit dem Velo

Piraten auf dem Mekong(09.12.2011)

Land: Laos/Süd-Ostasien

 

Piraten auf dem Mekong / Laos Südost-Asien
Unser Plan, China auf dem Fluss Mekong zu verlassen fällt buchstäblich ins Wasser. Infolge Piraterie und heftiger Schiesserei Mitte Oktober, bei der 14 Chinesen das Leben verloren haben ist jeglicher Schiffsverkehr zwischen China und Laos vorübergehend eingestellt worden. Wir haben uns auf ein paar Tage romantische Bootsfahrt durch den südostasiatischen Dschungel gefreut, nun bleibt uns eine holperige Busfahrt als alternative Lösung übrig. Warum wir nicht mit dem Velo über die Grenze fahren gründet darauf, dass unser Visum in 3 Tagen ausläuft, wir müde sind und eine Pause brauchen, Jörgs Geburtstag an einem schönen Ort feiern möchten und wir dringendst unsere „Stinkwösch“ waschen müssen. Im Gegensatz zu dem Leid der Opfer des Überfalls ist unser „Problemli“ natürlich eine Bagatelle.
Nach 3 Tagen Pause im touristischen JingHong, Cappuccino, Hash-Browns und Speck zum Frühstück und schlafen in weissen, sauberen Leintüchern im Hotel Jinglan sind wir gezwungen, das Land zu verlassen. Unsere Zeit in China ist definitiv abgelaufen, nach 90 Tagen „Ni hao“ müssen wir das Land verlassen. Mit vielen verschiedenen Eindrücken, gegensätzlichen Wahrnehmungen, Erinnerungen an tolle Menschen und über 258 Std. im Velosattel und 36`000Höhenmeter mehr in den Waden setzen wir uns in den Bus und rollen über die Grenze nach Laos. Wir haben keine grosse Vorstellung vom neuen Land, sehen aus dem Fenster, kleine Holzhäuser und Kinder am Strassenrand vorbeiflitzen und lassen uns einfach mal überraschen. In der Stadt Luang Namtha, der Endstation stossen wir auf mehr Langnasen als Laoten, total überrascht von der modernen Infrastruktur checken wir in einem der vielen Guesthouses ein und machen uns darauf auf die Suche nach einem gemütlichen Restaurant. Wir hören vertraute Sprachen wie z.B. Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Schweizerdeutsch und sogar Vorarlberger-Dialekt. In dieser Gegend, so werden wir informiert wird nachhaltiger ECO-Tourismus angeboten, es kommt viel Entwicklungshilfe von Europa und zieht nicht zuletzt, da die Gegend sehr ursprüngliche Naturreservate besitzt Touristen aus aller Welt an. Demzufolge gibt es hier praktisch alles was Langnasen mögen, inkl. saubere Betten und Internetverbindung.
Der Morgen zeigt sich neblig und die Luft fühlt sich herbstlich kühl an. Bald rollen wir aus der noch schlafenden Stadt, die Strasse windet sich wie eine Schlange über die Hügellandschaft, einige Urzeitzeugen stehen majestätisch zwischen den Kautschuk-Monokulturen und erinnern noch ein bisschen an den tropischen Dschungel der hier einmal existierte.
„Sabay-diii“
Wir teilen die asphaltierte Strasse mit nur ganz wenigen anderen Verkehrsteilnehmern, es geht für kurze Abschnitte steil aufwärts, dann schnell wieder hinunter, durch kleine verschlafene Dörfer und an Hängen mit Kautschukbäumen vorbei. Kinder stehen vor den kleinen, einfachen Häuschen, winken und rufen mit ihrer kindlichen Stimme „sabay-diii“ oder radeln neben uns her und strahlen aus ihren schönen, von der Sonne gebräunten Gesichtern mit schneeweissen Zähnen. Die Laoten im Norden sind arm, sie leben sehr einfach, die Bildung der Menschen ist sehr gering und das durchschnittliche Einkommen +/- Sfr.30.- /Monat. Elektrizität gibt es noch lange nicht in allen Häusern und Autofahren können sich nur ganz wenige leisten. So ist das Leben hier auch sehr günstig, wir schlafen heute z.B. in einem schnuckeligen Holzhäuschen/Dusche &WC mit Frühstück für Sfr5.-. In Viengphoukha, einem Dorf mit ca. 30 Holzhäusern mit Palmen-Blätterdach, einer Brücke, einer Markthalle und einem in den Himmel ragenden Sendemast flanieren wir durch die Ladenstrasse. Es gibt in jedem der offenen Läden dieselben Dinge zu kaufen, Seife, Zahnpasta, Waschmittel, Salz, Coca-Cola, Haarfarbe, Bonbons, Schokoladenriegel, Plastikspielzeug, Schleckwaren, Zigaretten und Schnaps im Plastiksack und Benzin in Pet-flaschen abgefüllt. Müsste ich hier Einkaufen um eine richtige Mahlzeit zuzubereiten so hätte ich grad Mühe mit der Zusammenstellung des Menus. Im Gegensatz dazu ist es aber in jedem kleinen Dorf möglich, ein neues Mobiletelefon zu ergattern oder Prepaidkarten zu posten. Die Grundbedürfnisse der Laoten sind wohl ganz anders als die Unsrigen.
Die Schulen in den kleinen Dörfern, aus denen wir fröhlichen Kindergesang hören sind sehr einfache Häuser mit noch einfacherer Einrichtung und die Schulbücher werden von Generation zu Generation weitergegeben. Dementsprechend sind sie abgegriffen und zerfetzt, doch das stört die Schüler nicht, im Gegenteil sie sind stolz dass sie Schulbücher kriegen und zum Unterricht gehen dürfen. Erstaunlicherweise sprechen die Laoten oft ein paar Worte Englisch und manchmal auch Französisch denn Laos, sowie Vietnam und Kambodscha waren für längere Zeit französische Kolonien. Selbst in den kleinsten Dörfern ist die Verständigung nicht so schwierig wie in China und die Laoten verstehen es gut Geschäfte zu machen.
Noch so ein franz. Kolonie-Überbleibsel ist das Brot dass wir hier in Laos oftmals kriegen, knuspriges Baguette wie in Frankreich, hmmm, so fein.
Auf der Strasse begegnen uns immer wieder Fussgänger, meistens mit einem Kratten voller Wurzeln, Brennholz oder exotischen Früchte und Gemüse. Die einheimischen Weggefährten grüssen freundlich, lachen obwohl ihre Last auf dem Rücken oftmals richtig schwer ist und sie einen weiten Weg gehen müssen. Frauen die 2-3 Kühe auf die Weide führen, Kinder die mit ihren ratternden Velos über den Asphalt gieren, da hört man eine Axt sich in den Baum schlagen, ein Schwein suhlt sich in der Kloake und hier ein krähender Han hinter der Henne nachspringend.
Idylle oder Armut? Die Kinder scheinen zufrieden zu sein in ihrer eigenen, heilen Welt zu leben und helfen den Eltern so gut wie sie können auf dem Feld. Doch in den Gesichtern der Erwachsenen ist die Härte des Lebens, die Anstrengung und die schrecklichen Erlebnisse von Vietnam (67 -71)und vom Indochina-Krieg markant gezeichnet. Heute herrscht hier zwar Frieden doch das Land wird noch immer kommunistisch Regiert, Lautsprecher verkünden die für die Laoten bestimmten „News“ in jedem Dorf, Privatradio gibt es kaum und im TV wird ausser Trickfilm und Soaps nichts gesendet.
Zwei Tage radeln wir durch mehr oder weniger Ursprünglichen Dschungel, bekommen auf der Strasse Bananen geschenkt und freuen uns über das herzhafte Lachen einiger Einheimischen. Erst spät am Abend erreichen wir Houay Xai und die letzten Kilometer vor der Stadt sitzen wir sogar auf einem Minilastwagen. Der laotische Fahrer sieht uns bei Sonnenuntergang den letzten Berg vor der Houay Xai hochkurbeln, stoppt und meint dass wir gescheiter die Velos aufladen sollen als in der Dunkelheit in die Stadt rollen. So erleben wir eine holperige rasante Fahrt in die Nacht und kommen bequem im Zentrum an. Wir bedanken uns bei dem führsorglichen Mann und mischen uns danach unter die vielen Touristen die sich in den Strassen tummeln. Nach einem feinen Znacht am Ufer des Mekong-Flusses schlafen wir herrlich in sauberen Betten. Frühmorgens machen wir uns auf um Billete für die Flussfahrt nach Luang Prabang zu ergattern und bekommen sogar noch super Plätze mit viel Beinfreiheit. Wir haben von anderen Touristen schreckliche Geschichten von überfüllten Booten, keine oder überteuerte Unterkunft in der Zwischenstation, Räuber und Banditen gehört. Wir haben Glück, erleben nichts dergleichen und können die zweitägige Flussfahrt voll geniessen. Unsere Velos und Taschen werden auf das Dach gebunden, und wir fühlen uns wohl auf dem Holzkahn. Gegen Abend legt das Boot im Hafen von Pak Bèng an, es gilt, ein steiles, sandiges Bord hinauf zusteigen. Wir sind mit unserer Bagage natürlich die Langsamsten und werden sogar von einigen Rucksack-Touristen belächelt. Wir nehmen es trotzdem gemütlich und tragen Stück um Stück den Hang hoch. Dort treffen wir Theresa und Patrik aus Appenzell/St. Gallen, die zurückgekommen sind, uns behilflich sind und für uns schnell ein sauberes und günstiges Zimmer organisiert haben. Im Hotel angekommen werden wir Vier von der Gastgeber-Familie freundlich aufgenommen und verwöhnt. (Monsavan Guesthouse/Pak-beng Village) Am anderen Morgen steigen wir mit ca. 60 anderen Touristen und ein paar einheimische Passagieren auf das Holzboot und tuckern gemütlich weiter auf dem Mekong der hier Nam Khong heisst. Abends, bei orange bis feuerrotem Himmel sehen wir die Stadt Luang Prabang mit ihren vielen Lichtern am linken Flussufer auftauchen.
Aller guten Dinge sind Drei
Zusammen mit den 2 sympathischen Ostschweizern machen wir uns einen schönen Abend mit laotischem Essen in einem gepflegten Innenhofrestaurant. Schlendern später durch die Gassen, sehen schöne, altrenovierte Häuser geprägt aus der franz.- Koloniezeit und lauschen der feinen Musik die leise durch die Abendluft klingt. In der Stadt treffen wir Sara und Jose noch einmal, feiern unser Wiedersehen mit einer guten Flasche Malbec und sitzen auf edlen Tropenholzstühlen.
www.monblog.ch/saraetjose .Das ist der Vorteil von einer touristischen Stadt wie Luang Prabang, es gibt alles was man sich nur wünschen kann oder sogar noch mehr. Die Laoten sind selbst hier in dem geschäftsorientierten Pilgerörtchen noch sehr freundlich und herzlich. Manch einer macht hier ein gutes Geschäft mit Guesthouse, Restaurant oder einem SouvenierShop und trotzdem werden wir beim Betreten der Lokale herzlich begrüsst, zuvorkommend bedient und auch wenn man nichts oder nur wenig kauft oder konsumiert freundlich verabschiedet mit den Worten „thank you for visit my shop/restaurant“. Irgendwie ein „Ort zum Sein“ und sich richtig wohlfühlen.
„Glüähwürmli-Tour“
Wir haben es bislang wenn möglich vermieden in der Nacht zu strampeln doch heute haben wir uns mit der Distanz und den Höhenmetern total verschätzt. Wir fahren durch ein kleines Dorf als die Sonne hinter den Bergen verschwindet und denken dass wir die 22Km bis ins nächste Dorf mit Unterkunftsmöglichkeit schon noch schaffen bevor es dunkel wird. Doch dem ist nicht so, es geht steil bergaufwärts, die Strasse windet sich immer wieder um Felsvorsprünge und langsam schleicht sich die Dämmerung ein. Gottlob ist nur wenig Verkehr auf der Strasse und in unserem Rucksack finden wir sogar noch Reservebatterien für die Lampen. Total finster wird es nicht heute Nacht, der Sichel-Mond spendet genug Licht um die Löcher im Asphalt frühzeitig zu erkennen und die vielen Glühwürmchen um mich herum verleihen der ungewohnten Situation sogar etwas Romantik. Immer weiter hoch schlängelt sich unser Weg in Richtung Sternenhimmel den wir auch immer wieder bestaunen. So total ohne elektrische „Lichtverschmutzung“ sieht man viel mehr Sterne am schwarzen Himmelsmeer leuchten. Das Zirpen der Grillen, geheimnisvolle Geräusche und ungewohnte Laute aus dem Dschungel runden die ungeplante Mondscheinfahrt noch ab. Oben in Kiewkutachang auf 1400 Meter angekommen treffen wir auf eine lustige, internationale Velofahrertruppe; 2 Holländer, 2 Franzosen und auch der Schweizer Claudio sitzt an diesem Tisch. Er ist seit 8 Monaten unterwegs und hat über Skandinavien, Russland, Mongolei, China, Vietnam den Weg nach Laos gefunden. Munter tauschen wir Erfahrungen aus, lauschen spannenden Geschichten aus fernen Ländern und staunen über die Gewohnheiten uns fremden Kulturen. Unser Gastgeberwirt hat heute wohl zu tief in Glas geschaut denn er stolpert von einem Tisch zum anderen und hinterlässt eine ziemliche Alkoholfahne. Eigentlich ist das hier eher selten dass die Einheimischen betrunken herumgehen, doch heute feiern die Laoten ihren 36-igsten Nationaltag und so können wir seinen schwankenden Zustand auch verstehen.
Frühmorgens sieht man das Team Holland/Frankreich Richtung Luang Prabang sausen, das Swiss-team gönnt sich nochmals ein „Käffeli“ und strampelt später zu dritt in Richtung Vientiane. Diese Pracht-Aussicht haben wir uns mit dem gestrigen Aufstieg echt verdient, weite Täler mit ursprünglichem Edelholzwald, Bambus, Weihnachtssternenbusch und exotische Farne zieren den Wegrand. Dieser Dschungel ist der Lebensraum für unzählige bunte Schmetterlinge, manch von ihnen sind so gross wie ein Handteller und tragen ein seltenschönes Gewand. Ich denke ich hab noch nie zwei gleiche „Papillon“ gesehen, jeder ist ein Unikat und speziell schön. Auch hier in den kleinen Dörfern sind die Leute freundlich, wir „Falang“ rollen durch zig kleine Dörfer und werden von den Kindern herzlich begrüsst. „Sabay-diiiiiii Falang“ tönt es immer wieder aus den strahlenden kleinen Gesichtern, trotzdem dass sie mit Holzsammeln Schwerarbeit leisten müssen. (Guten Tag Weisser)
Nach der Anstrengung soll man Relaxen, oder?
Es ist warm, tropisch warm und er Schweiss rinnt uns über das Gesicht und den Rücken, trotzdem geniessen wir die Wärme denn sobald es bergabwärts geht kommt kühlender Fahrtwind und trocknet die Schweisstropfen. So kommt es dann, dass wir gegen Abend eine richtig dicke Salzkruste auf der Haut haben. Von einem jungen Einheimischen der uns in gutverständlichem Englisch anspricht erfahren wir, dass es bei Kilometer 232 ein „Hot-Spring-Resort“ gibt und dafür stampfen wir dann nochmals fest in die Pedalen. Als Belohnung dafür dürfen wir bei Sonnenuntergang in das warme Wasser hüpfen, lassen unsere schweren Beine floaten und hören dem Rauschen des thermalen Baches zu. Gleich daneben beziehen wir ein hübsches Holzhäuschen und schlafen wie die „Herrgöttli“ nach dem entspannenden Bad.
Es ist noch neblig frisch als wir in den Sattel steigen und über die sanften, grünen Hügel rollen. Wenig Autofahrer sind auf dem Weg nur in den Dörfern scheint das Leben allmählich zu erwachen. Wir schnabulieren süsse Mandarinen die wir einem Händler am Strassenrand abkaufen und wärmen uns an der Sonne die sich nun aus dem Nebel befreit hat. Dann geht’s mit viel Schuss nur noch abwärts, eine Strecke von ca. 20Km trete ich nicht einmal in die Pedale. Dann wird’s flach, Reis-und Getreidefelder wechseln sich ab. In den Dörfern hören wir oft das Rattern der Dreschmaschinen und beim genaueren Hinsehen kann man die Bauern bei der Arbeit beobachten. Je näher wir Vang Vieng kommen desto mehr Verkehr und mehr Staub kommt auf. Die mit Touristen gefüllten Jeep`s und Busse rasen an uns vorbei, nehmen keine Rücksicht auf die Kinder am Strassenrand und fliegen beinahe über den löcherigen Asphalt. Die Steine spicken unter den Pneus davon, die klare Luft vermischt sich mit Staub und es wird immer lauter. Der Kiefer bleibt uns fast hängen als wir in das Zentrum von Vang Vieng kommen, halbnackte Touristen mit Tattoos an allen möglichen Körperteilen und buntgefärbten Haaren kommen des Weges. Die Musik dröhnt laut aus den Bars und Restaurants, in einigen Lokalen hängen die Touristen stumm vor den TV herum und schauen sich irgendwelche Trickfilme an. Es sind kaum Einheimische zu sehen und viele „Falang“ schlendern alkoholisiert und johlend durch die Gassen. Ich denke ich bin im falschen Film, diese Situation passt für mich überhaupt nicht nach Laos wo mir die Menschen ruhig, freundlich und zuvorkommend begegnet sind. Vang-Vieng kommt mir eher vor wie ein Platz zum ausflippen, auffallen und austoben für australische und europäische Touristen, doch was denken die Laoten über uns „Falang“? (Weisse) Zwischen all den verschiedenen auffallenden Partytigern trifft man auch ab und zu ruhige Leute und einige bekannte Gesichter, wie z.B. Sara und Josè. Zum 4.Mal kreuzen sich unsere Wege, ein freudiges Wiedersehen mit viel Gelächter und lustigen Anekdoten lässt uns einige Stunden auf denselben Stühlen sitzen.
Nach Spiegelei mit Speck und knusprigem Baguette auf der linken Flussseite strampeln wir in einer fünfer Karawane Richtung Süden. Munter plaudernd holpern wir über die ausgefahrene Strasse und lassen uns während der Baustellenabschnitte vom entgegenkommenden Verkehr, der mehr und mehr zunimmt mit Sand einpudern. Einige Stunden später quartieren wir uns im kleinen Phongkeo im Guesthouse ein denn unser Tagesziel, Phong-hong ist noch weit entfernt. Zulange waren unsere Zwischenpausen, zu schlecht war die Strasse und zu heiss war es uns über die Mittagszeit.
Direkthilfe für ein Hmong-Dorf
In der 5-er Karawane geht’s weiter südlich und obschon es mehr oder wenige flach ist sind wir nach kurzer Zeit schon nassgeschwitzt. Wir kommen dem Äquator und somit dem tropischen Klima wieder näher, diesmal auf dem Asiatischen Kontinent. Somit nimmt auch die Bevölkerungsdichte stetig zu und wir teilen uns mit vielen Motorräder, Tuck-Tucks, Autos und Lastwagen die asphaltierte Strasse mit vielen Löchern drin. Durch Sara und Jose erfahren wir von einem Franzosen der ausserhalb von Vientiane ein kleines Entwicklungshilfeprojekt für die Hmongs im Nachbardorf leitet. www.eranlao.com Im Laufe des Nachmittags erreichen wir das Dorf nur 22 km vor Vienitane, wo uns der sympathische Mann mit Sohn Noah abholt. Wir rollen die 5Km nach Westen und finden eine wahre Oase im Dschungel und hören fröhliche Kinderstimmen aus der neuen Schule singen. Frederic und seine laotische Frau haben mit privaten Spenden und einem riesigen Eigenengagement den Hmongkindern aus dem Nachbardorf lesen und schreiben lernen ermöglicht. Bis vor kurzem durften die Kinder ethnischer Minderheiten wie die Hmongs sind die staatliche Schule nicht besuchen und selbstverständlich haben deren Familien kein Geld für Privatschulen, können kaum für ihre Nahrung aufkommen.
Wir sind überwältigt von der Infrastruktur, Wasserversorgung, Schule, den neuen Bungalows, dem botanischen Garten und der Gastlichkeit der Familie. Das Guesthouse öffnen die Beiden erst im 2012, wir dürfen aber trotzdem in den schönen Häusern schlafen und lauschen am Abend den Erfahrungen und Geschichten von dem bewundernswerten Mann. Die tönen nicht immer schön, denn die Menschenrechte der Laoten werden von ausländischen Investoren und Einwanderer ziemlich grob verletzt. Wir hören von Bestechung, Drogen und anderem illegalem Handel und Prostitution sodass uns die Haare zu Berge stehen. Selbst international namhafte Hilfs-und Entwicklungsorganisationen agieren Mittlerweilen korrupt und skrupellos. Die private Hilfsorganisation eran, hier in Laos vertreten durch den Franzosen und seiner Laotischen Frau versucht zusammen mit der finanziellen Unterstützung von Partnern und Freunden in der Schweiz und Frankreich den Hmongs das Überleben zu ermöglichen. Er kauft Saatgut und Pflanzen, informiert die Menschen über Umweltschutz und die Aufforstung von Regenwald, schafft menschenwürdige Arbeitsplätze wie z.B. in seinem Guesthouse, leitet die Ausführung von Projekten und packt als ehemaliger Gärtner mit seinen eigenen Händen kräftig mit an. Sie unterrichtet die Kinder aus dem Hmong-Dorf in Englisch und Französisch und bringt ihnen alles Nötige bei, damit sie ihr Leben als Erwachsene selbstständig in die Hand nehmen können.
Nach der Schule begleiten wir die Kiner in ihr Dorf, dürfen uns in Semia`s Haus umsehen und sehen wie schlicht die Hmogs leben. Mit vielen rührenden Eindrücken und positiven aber auch schrecklichen Informationen die uns im Kopf zum Verarbeiten anstehen verlassen wir die franz/laotische Familie am anderen Tag, verabschieden uns auch von Sara und Jose und rollen in das laute Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Wir hätten die Ruhe dort draussen gerne noch ein paar Tage genossen, doch einmal mehr müssen wir uns um ein Visa kümmern denn in 4 Tagen müssen wir Laos verlassen.
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